Japanische
Puppen haben eine lange Geschichte im japanischen Volksglauben. Schon
seit
alten
Zeiten glaubt man, dass die Puppen alles Übel, Unglück, Krankheit
und Traurigkeit vom Besitzer fernhalten können.
Die
Puppen haben also eine Aufgabe und sind nicht nur Kinderspielzeug. Da
sie wie lebende Menschen behandelt werden, darf man die Puppen, die
nicht mehr gebraucht werden, nicht einfach wegwerfen. Stattdessen
gibt es buddhistische Tempel und Shinto-Schreine, die extra für
solche Puppen die Totenmesse abhalten.
Im
Laufe der Zeit wurden für den Bau der Puppen viele verschiedene
Formen und Materialien entdeckt. Heute gibt es in Japan eine
Kunstkategorie, die sich „Sousaku-Ningyou“
nennt. Sousaku
bedeutet originell schöpfen, schaffen, machen, Ningyou
bedeutet Puppen. Die Puppen dieser Kategorie haben zum Teil kein
typisch japanisches Aussehen mehr, sondern sehen oft europäisch aus
und sind manchmal sehr avantgardistisch.
Mitunter
sind die Grenzen zwischen Puppenbau und Bildhauerei fließend. So
gibt es z.B. eine Puppe, in deren Körper ein Uhrwerk zu sehen ist
oder eine, die, nur aus Kopf und Händen bestehend, in einem extra
gebauten Holzkasten dekoriert wird. Manche wirken auch sehr
dämonisch. Die Ideen sind teilweise surrealistisch oder symbolisch,
und sie haben allein schon einen hohen Wert als Kunstwerk.
Typische
japanische traditionelle puppen
Ichimatsu-ningyo(Ichimatsu-puppen)
Der
Ursprung der Ichimatsu-Puppen
reicht zurück bis ins Japan zu Beginn der Edo-Zeit (1603-1868). In
dieser Zeit stellte man Kisekae
(Ankleide-)
Puppen her, deren Arme und Beine drei Gelenke (mitsu-ore-Technik)
hatten, damit man den Puppen verschiedene Kimonos anziehen konnte.
Der
Name „Ichimatsu“
stammt von Ichimatsu Sanokawa, der im 18. Jahrhundert ein berühmter
Schauspieler im traditionellen japanischen Kabuki-Theater war. Er war
so schön, dass er selbst zum Symbol der Schönheit wurde. Nach
seinem Vorbild stellte man damals auch viele Gesichter der
Kisekae-Puppen
her. Seitdem wurden diese Puppen Ichimatsu-Puppen
genannt.
Die
Ichimatsu-Puppen
waren nicht nur Kinderspielzeug, sondern auch ein Geschenk der
Eltern an ihre Töchter, wenn diese heirateten. Eine solche Puppe war
eine nette, lebenslange Freundin und zugleich Schützgöttin für die
Töchter. Wenn die Frauen starben, wurden die Puppen zusammen mit
ihnen beerdigt. Das war das Schicksal der Ichimatsu-Puppen.
In
der Meiji-Zeit
(1868-1912) wurde die heutige Form der Ichimatsu-Puppen
bestimmt. Sie haben eine Okappa-
Frisur (schulterlanges Haar hinten und vorne kurz, das war eine alte
Mädchenfrisur) und haben ein rundes, liebevolles, etwas
zurückhaltendes Gesicht. Das runde Gesicht bedeutet, dass das Kind
genug zu essen bekommt. Die Herstellung des Gesichtes mit dem
richtigen Ausdruck ist die schwerste Arbeit und es bedarf oft vieler
Versuche oder gar Neuanfänge der Puppenkünstler. Die
Puppen-Kimonos, drei Unter-Kimonos (Juban,
Hadagi
und Koshimaki)
Obi
(der Gürtel) und Oberkimonos, werden von den Künstlern
ausschließlich mit der Hand gefertigt.
Die
Puppen als Kunstform werden heute noch sogar von Männern begehrt.
Sie werden oft als ein wertvolles Geschenk gehandelt.
aritsts.de die online Galerie
Hobbymap.de: Japanische Puppen
der Artikel von Weser Kurier - Wümmezeitung am 27.4.2011
andere Link
Ichnimatsu-Ningyo: Schönheiten im Kimono